
Oiso… Vor Kurzem las ich eine Headline die ich erst nicht glauben konnte: Auf Anweisung von Donald Trump sperrte Microsoft den E-Mail-Account des europäischen Gerichtshofs . Ihr wisst schon, da wo man Kriegsverbrechen untersucht und verurteilt… (Computerwoche berichtet darüber)
Was hier wie ein Kapitel aus einem dystopischen Roman klingt, ist Realität. Und es zeigt: Unsere digitale Kommunikation hängt oft am seidenen Faden amerikanischer Tech-Giganten – und damit an deren politischen und wirtschaftlichen Interessen. Aber damit nicht genug, gestern spülts mir ein Video in den Feed dass jetzt diesen Artikel verursacht hat.
Einleitend zu erst:
Ganz einfach: Ein E-Mail-Client (z. B. Outlook, Thunderbird oder Apple Mail) ist eine Software auf deinem Handy oder PC, mit der du deine Mails abrufen und senden kannst.
Du gibst deine Zugangsdaten zum Mailserver ein (z. B. mail.deinedomain.at), der Client verbindet sich direkt mit diesem Server – ohne Umwege, ohne Mittelsmann.
Das heißt: Deine Mails bleiben bei deinem Anbieter, und dein Client zeigt sie dir nur an.
Zumindest sollte es so sein.
Doch Microsoft hat offenbar ein anderes Verständnis davon, wie „direkt“ eine Verbindung wirklich sein muss …
Der YouTuber „IT in der Bar“ hat kürzlich ein gravierendes Datenschutzproblem in Microsoft Outlook entdeckt. Und das ist wirklich heftig. (Video hier!)
Wenn du in Outlook ein E-Mail-Konto eines nicht-Microsoft-Servers einrichtest (z. B. deine eigene Domain oder ein europäischer Anbieter wie mailbox.org), dann:
Das bedeutet: Microsoft hat vollen Zugriff auf dein Postfach, auch wenn du das Programm längst geschlossen hast.
Der YouTuber konnte sogar nachweisen, dass Microsoft alle zwei Minuten versucht, sich auf den fremden Mailserver einzuloggen – jahrelang, selbst nachdem das Konto gelöscht wurde.
Damit verletzt Microsoft potenziell gleich mehrere Grundprinzipien der europäischen Datenschutzgesetze.
Denn wenn dein Mailserver in der EU steht, dann werden sensible Daten ohne Zustimmung an Microsoft übertragen – womöglich in die USA, wo sie nicht denselben Schutz genießen.
Für Unternehmen, Agenturen und Freelancer ist das ein absolutes No-Go.
Und für alle, die auf digitale Souveränität Wert legen, ein weiteres Warnsignal: Wir geben die Kontrolle über unsere Kommunikation ab, ohne es zu merken.
Falls du Outlook nutzt und befürchtest betroffen zu sein, solltest du sofort handeln:
Diese Diskussion wird sicher noch spannend – und sie zeigt, wie dringend wir europäische Alternativen brauchen.
Ich sag’s ehrlich: Ich traue mittlerweile niemandem mehr, der meine Daten über den großen Teich schickt.
Wir müssen unsere digitale Infrastruktur endlich zurück nach Europa holen – Schritt für Schritt.
Und pssst … ich arbeite gerade an einem neuen Projekt, das sich genau darum drehen wird. Mehr verrate ich (noch) nicht. 😉